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Wolllexikon Kapitel 4: Angorawolle

Angorawollmix

Angorawollmix

Angorawolle gilt als sehr schweiß-absorbierend und wärmend. Die Faser stammt vom Angorakaninchen, eine sehr langhaarige Kaninchenart.

Besonders  hier gilt Augen auf beim Angorawollkauf. Die Haltungsbedingungen der Tiere sind besonders im asiatischem Raum häufig Tier-unwürdig. Damit das Fell nicht dreckig wird müssen sie auf Gittern leben und auch das Tageslicht haben einige von ihnen noch nie gesehen. Normalerweise wird den Kaninchen das Fell völlig schmerzfrei geschoren oder ausgekämmt, doch auch in der Fellgewinnung gibt es grausame Ausnahmen. Auf manchen Farmen wurde/wird den Tieren das Fell bei lebendigem Leib ausgerissen und das ist bei weitem nicht schmerzfrei. Aufgrund dieses Umstandes haben einige große Modeketten Produkte aus Angorawolle komplett aus dem Sortiment entfernt.

Zum Glück gibt es  auch bessere Bedingungen für die kleinen Kaninchen. Auf dem Leipziger Wollefest zum Beispiel haben wir eine Dame getroffen die eine eigene Angorafarm hat. Diese kann man auch besuchen, dass ist auf jeden Fall Wolle von glücklichen Tieren, diese Wolle kann man dann auch gern mit ruhigen Gewissen weiterverarbeiten. Dafür gebe ich auch gern ein paar mehr Euro aus.

Das erste mal erwähnt wurden Angorakaninchen vor ca. 310 Jahren in England. Ihr Name allerdings stammt aus der türkischen Provinz Ankara, vielleicht kommt er aber auch von der langhaar Angora Ziege. 1777 kamen die kuscheligen Tiere das erste Mal nach Deutschland und haben sich bis heute gehalten.

Jetzt aber zur Herstellung. 3-4 mal im Jahr sollte das Kaninchen geschoren werden. Bei einigen Arten erfolgt ein natürlicher Fellwechsel, hier kann das Fell einfach abgesammelt oder ausgekämmt werden. Da sich die Tiere nach der Schur meist freier bewegen können freuen sie sich auf ihren meist quartalsweise stattfindenden Frisörbesuch. Verpasst man den Zeitpunkt des Fellwechsels, verfilzen die Haare am Ansatz und das ist nicht gut für die Kaninchen, weil es Schmerzen bereiten kann und die Bewegungsfreiheit des Tieres noch stärker einschränkt.

Nach der Schur werden die Haare gekämmt und der Länge nach sortiert. Nun werden sie gereinigt und an der Luft getrocknet. Jetzt werden die Haare abermals gekämmt und dann per Hand oder mit dem Spinnrad zu Wolle versponnen. Nun kann die Wolle verarbeitet werden. Durch ihre am Anfang genannten Eigenschaften, wird Angorawolle gern zur Herstellung von Socken, Decken und Unterwäsche genutzt.

Danke fürs reinlesen. Seid auch beim nächsten Kapitel des Wolllexikons dabei.

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