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Wolllexikon Kapitel 5: Acrylgarn

Acrylgarn, schön bunt

Acrylgarn, schön bunt

Heute wird es bunt und wissenschaftlich im Wolllexikon. Es geht um Acrylgarn, ein Garn das nicht aus tierischen sondern aus chemischen Kunststofffasern besteht.

Benutzt werden kann es sowohl zum Häkeln als auch zum Stricken. Besonders geeignet ist die Faser für Echtwoll-Allergiker, weil es wie gesagt aus Kunstfasern besteht. Die „Wolle“ ist besonders günstig und wird deshalb gern auch als Echtwollersatz genutzt. Acrylgarn ist pflegeleicht und bis 40Grad in der Maschine waschbar, es trocknet durch die geringe Aufnahme von Wasser schnell und ist daher perfekt geeignet um es zu Babyschuhen, Mützen und Schals zu verarbeiten.

Nun zur Herstellung: Acrylgarn wird durch ein chemisches Verfahren hergestellt. Als Ausgangsstoff wird z.B. Öl genutzt. Der Weg vom Öl zum fertigen Garn ist lang und kann fast nur wissenschaftlich kompliziert erklärt werden. Da Chemie keines meiner Spezialgebiete ist versuche ich den Herstellungsprozess vereinfacht zu erklären.

Eins Vorweg bei der Entstehung muss genau auf Brandschutz geachtet werden, da mit leicht entflammbaren Stoffen gearbeitet wird. Durch radikalische Substitution, eine schnell ablaufende Kettenreaktion wird ein fester Stoff hergestellt. Die Acrylfaser muss zu mindesten 85% aus Acryl bestehen, damit sie als Acrylfaser bezeichnet werden darf. Polymerisation, ein Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen gehört auch zu den Entstehungsschritten des Garns. Nachdem der in der Polymerisation entstandene Stoff in einer Lösung gebadet wurde, wird das Garn versponnen. Hier gibt es zwei Verfahren. Entweder man entscheidet sich für das Nassspinnen oder das Trockenspinnen. Beim Nassspinnen wird die Faser um sie vom Lösungsmittel zu befreien gewaschen. Beim Trockenspinnen wird die Faser mithilfe von Gas vom Lösungsmittel befreit. Nun kann es nach belieben gefärbt werden. Dann wird die Faser bevor sie verdreht wird noch einmal gedehnt, dann getrocknet und zum Knäuel gewickelt. Fertig ist die Wolle und bereit um z.B. zu niedlichen Amigurumis verarbeitet zu werden.

Das war es für heute mit mit dem Wollwissen. Ich freu mich wenn du nächste Woche wieder dabei bist.

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