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Wolllexikon Kapitel 2: Schafwolle

Merino und Schurwolle

In grün Merinowolle in Schwarz Schurwolle

Mit einem Määhh fängt alles an. Wie der Name schon sagt ist Schafwolle ein nachhaltiges Produkt von den lieben Schafen. Das gute daran ist, dass sie dafür nicht sterben müssen. Sondern nur zum Frisör gehen und das ist ja auch für uns eher weniger schrecklich. Zugegeben das kommt immer ganz auf den Frisör an.

Bevor ich zum Herstellungsprozess der Wolle komme möchte ich auf ein für mich und für Euch hoffentlich auch wichtiges Thema eingehen. Tierschutz steht für Maschenpunk hier ganz weit oben. Deshalb ist es wichtig beim Kauf von Wolle nicht auf das günstige Schnäppchen aus zu sein.

Man sollte sich auch mit der Entstehungsgeschichte beschäftigen. Es gibt große Unterschiede in der Haltung der Tiere. Massentierhaltung ist eben nicht nur in der Lebensmittelherstellung ein Thema. Unter teilweise erschreckenden Lebensbedingungen leben die Tiere. Meistens werden die Schafe hier auch beim Scheren verletzt, weil alles auf Masse ausgelegt ist und schnell gehen muss. Keine schöne Vorstellung.

Es gibt aber auch gute Haltungsbedingungen. Meistens werden diese durch Patenschaften gefördert. Das System ist sinnvoll aufgebaut, Du übernimmst die Patenschaft für ein Schaf und bekommst dafür zwei mal im Jahr die Wolle und machst ein Schafsleben besser. Lieber ein zwei Euro mehr ausgeben für Wolle zum Wohle der Tiere, außerdem trägt sich z.B. ein Schal aus Schafwolle von glücklichen Schafen viel angenehmer.

Genutzt wird Schafwolle an sich seit Jahrtausenden. Es gibt verschiedene Bezeichnungen, steht auf einem Knäuel reine Schurwolle kannst du davon ausgehen, das die Wolle direkt vom Schaf kommt und nicht einfach ein Recyclingprodukt ist.

Üblicherweise wird die Wolle vom Hausschaf zu Garn versponnen. Ist das Schaf erst 6Monate alt, das ist das Alter in dem Schafe das erste Mal geschoren werden, nennt man die Wolle Kurlwolle. Sie ist weicher und gilt als hochwertiger als die übliche Schurwolle. Noch hochwertiger ist die Wolle vom Merinoschaf, sie ist sehr fein und die beste kommt üblicherweise aus Neuseeland.

Ok, genug um den heißen Brei geredet hier kommt jetzt der die Beschreibung des Herstellungsprozesses.

Zuerst werden die Schafe geschoren, dass passiert 1-2 mal im Jahr. Nachdem dieser Schritt abgeschlossen ist wird die Wolle gewaschen meistens mit Spezial Wollwaschmittel. Klar das durch diesen Schritt der Schmutz entfernt wird. Jetzt wird getrocknet, entweder an der frischen Luft oder im Trockenraum. Hierbei gibt es keine Qualitätsunterschiede. Dann geht es ironischerweise zum Wolfen, damit sich die Fasern in der weiteren Verarbeitung nicht elektrisch aufladen.

Jetzt werden die Fasern der Stärke und Beschaffenheit nach sortiert. Das geht per Hand aber schneller mit der Maschine. Jetzt wird gekämmt, gekämmt und nochmal gekämmt. Diesen Job übernimmt eine Maschine namens Kardierer, die sorgt auch dafür, dass die Fasern parallel zueinander liegen um optimal weiterverarbeitet werden zu können.

Die Fasern werden versponnen entweder auf die altertümliche Weise mit dem Spinnrad oder Neumodisch mit dem Spinner, der die Aufgabe des verspinnend vollautomatisch übernimmt. Fertig versponnen wird das Garn zum Knäuel und anschließend bedampft damit es seine Form behält. Jetzt wird wieder getrocknet. Fertig. Nun kann alles daraus entstehen. Mützen, Schals, Pullover und Taschen und und und. Schaut gern in unseren Dawandashop.

Das nächste mal geht es um die Gewinnung von Alpakawolle. Lest gern wieder rein.

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