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MUSEUMSWOLLE – Vom Vlies zum Garn

Kurzschal

Rundgestrickte Halssocke aus weinroter Wolle

Mein neuestes Projekt auf der Stricknadel: eine Halssocke aus kuschlig- weicher  Museumswolle.. Keine Ahnung was für eine Garn  das ist ?  Lasst Euch das erklären.  Dazu gibt es etwas Geschichtsunterricht  zu meiner Heimatregion….

Das Städtchen Forst in der Niederlausitz war ehemals eine der reichsten Städte Deutschlands . Auch ,,Manchester des Ostens “ genannt und berühmt für seine Textilindustrie. Noch zu DDR- Zeiten kam fast jedes  3. Kleid oder Hose  aus Forst  und Stoffe, Garne , Decken waren begehrt im In -und Ausland.

Mit der Wende kam leider der Niedergang für diesen traditionsreichen Industriezweig. Heute knüpfen nur noch wenige ortsansässige Firmen  an diese lange Tradition an. Zwei der größten sind zum einen die Spinnerei Forst.  Als Tochtergesellschaft der bayrischen Tuchfabrik Mehle werden hier Rohstoffe höchster Qualität wie Alpaka, Mohair, Kaschmir…. zu Garnen & Zwirne verarbeitet.  Beim ,,Tag der offenen Tür“ konnten wir das live in Augenschein nehmem.  Wir hatten Euch davon ja auf Facebook berichtet.

Die Posamenten Manufaktur Jende  ( witziger weise ebenfalls ein Zuwanderer aus Berlin ) stattete mit ihren handgefertigten Kostbarkeiten schon große Hotels und Opernhäuser aus. Ihr Sortiment reicht von Borten, Quasten , Schnüren …. bis hin zu Mode Accessoires.  Ein anderes Mal davon mehr….

In einer stillgelegten Tuchfabrik hat das ,, Brandenburgische Textilmuseum Forst “ seine Heimat gefunden.  Träger ist der ,, Museumsverein der Stadt Forst e.V.“ Mehr als 120 Mitglieder halten die Erinnerung an die reiche Tradition ihrer Heimatstadt wach.  Während in der oberen Etage wechselnde Sonderausstellungen zu besichtigen sind hat im Erdgeschoss historische Technik eine Heimat gefunden:  Neben  Spinnrädern und Handwebstühlen ist ein kompletter Maschinenpark zur Wollverarbeitung aufgebaut . Original wie er noch bis zur Beendigung der regulären Produktion in Betrieb war.  Dank liebevoller Pflege und Wartung funktionieren sie bis heute .  Bei Führungen wie z.B. beim Tag der Museen gibt es dazu regelmäßig Vorführungen.  Vom Vlies über das Garn bis zum fertigen  Webstoff  lässt sich die Produktion verfolgen.  Hochinteressant-  ihr solltet das unbedingt mal selber erleben.  Aber seid gewarnt : die Maschinen machen einen Höllenlärm. Dabei steht im Museum nur EINE Webmaschine. Unvorstellbar was für eine Lärmbelastung früher für die Arbeiter war- zum Glück arbeiten heutige Maschinen etwas leiser.

Wer mal vorbeischauen möchte :   Brandenburgisches Textilmuseum Forst (Lausitz)

Sorauer Str. 37   Forst Lausitz

(    museumsverein -forst@gmx.de   )

Und als nützliches Andenken gibt es tolle Wolle  zu kaufen.    100g     Wollgarn ( Lauflänge ca. 320m ) ganz traditionell auf Stang zum Selbstwickeln.  Garantiert gesponnen & gezwirnt im Brandenburgischen Textilmuseum.  In ganz unterschiedlichen Qualitäten. Die rote Wolle ist kuschlig weich, perfekt für Schals & Mützen. Das grüne Garn ist etwas rauher-   ähnlich dem Trachtengarn. Daraus sind ein Paar warme Haussocken in Planung.

Die Rohware  des Garns

Zwei Docken Wollgarn

Frisch aus der Spinnmaschine

kommt übrigens aus der oben erwähnten Spinnerei. So schließt sich der Kreis….

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